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Handwerk auf dem Ballenberg

Bienenhaus aus Gwatt

Im 19. Jahrhundert erhielt die Bienenzucht im Zuge der Bestrebungen zur effizienteren Landwirtschaft einen Aufschwung. Man wollte den Bienenvölkern als Symbole der Arbeit und des Zusammenhalts zudem ein «architektonisches Vaterland» widmen.

Mit schmuckem Ziegeldach, gelb gestrichenen Kleinschindeln und den aufgemalten Fenstern mutet das Bienenhaus im Stil eines Schweizerchalets auf den ersten Blick wie ein Puppenhaus an. Doch tatsächlich bot es seit circa 1900 zunächst den Bienenvölkern in Gwatt Schutz vor Kälte und Fressfeinden und
beherbergt heute Bienenvölker auf dem Ballenberg.

  • Gebäude 383

Kalkofen Brandboen

Wo heute Zement verwendet wird, waren bis ins 20. Jahrhundert Kalkmörtel aus gebranntem Kalk, Sand und Wasser weitverbreitet. Mit diesem zuverlässigen und langlebigen Bindemittel wurden Wände in edlem Weiss verputzt und Mauern gebaut. Dazu muss Kalk in einem Kalkbrennofen über sieben Tage bei einer Temperatur von 1100 °C gebrannt werden, bis er ganz ausgeglüht ist und die Steine zertrümmert werden können. Einen solchen Kalkbrennofen errichtete man im Freilichtmuseum nach dem Vorbild eines noch teilweise erhaltenen Ofens bei Zweilütschinen. Er ist seither immer wieder in Betrieb.

Ziegelei aus Péry

Zwischen 2015 und 2017 wurde die historische Ziegelei aus Péry (BE) ins Freilichtmuseum Ballenberg versetzt. Dazu wurden 300 Holzteile und 500 Natursteine Stück für Stück abgebaut, gereinigt und für den Wiederaufbau der Trocknungshalle und des Ofens verwendet. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in der Ziegelei gewerbsmässig Dachziegel aus Ton geformt, getrocknet und anschliessend im Brennofen bei rund 1000 °C gebrannt. Auf dem Ballenberg wird dieses Handwerk wieder lebendig, und es wird gezeigt, wie aus Lehm ein Dachziegel entsteht.

Baukultur aktiv – À la découverte du patrimoine architectural

Lina Dänzer 

Fotos: Ballenberg, Freilichtmuseum der Schweiz

 

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