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Danke!

Nach acht intensiven und erfüllenden Jahren im Amt als Regierungsrätin ist für mich der Moment gekommen, Abschied zu nehmen. Es ist kein Abschied von der Bildungsidee, die mich stets getragen hat – aber ein Abschied von einer Aufgabe, die mich täglich gefordert, berührt und auch demütig gemacht hat. Ihnen allen möchte ich von Herzen danken: für Ihre Professionalität, Ihre Geduld, Ihre Kreativität und Ihren unermüdlichen Einsatz für die Kinder und Jugendlichen in unserem Kanton.

Wenn ich auf diese acht Jahre zurückblicke, sehe ich vor allem Menschen und ihre grosse Arbeit – und Situationen, die uns als Bildungsgemeinschaft geprägt haben. Die Covid-19-Pandemie war wohl die einschneidendste Herausforderung. Innert kürzester Zeit mussten wir Massnahmen erarbeiten und laufend anpassen; Schutzkonzepte, Quarantäneregeln, Distanzunterricht und Durchtesten aller Schulklassen wurden Teil des Schulalltags. Der Schutz der Gesundheit stand im Vordergrund und mit ihm kamen grosse Einschränkungen, die für Sie zusätzliche Arbeit, Unsicherheit und oft auch Sorgen bedeuteten. Sie haben innert Tagen digitalisiert, Unterricht neu gedacht, Eltern informiert und gleichzeitig die Beziehung zu den Kindern und Jugendlichen aufrechterhalten. Dass Lernen und Gemeinschaft trotz allem möglich blieben, ist in erster Linie Ihr Verdienst. 

Kaum war diese Krise am Abklingen, folgte die nächste Zäsur: der Krieg Russlands gegen die Ukraine. Mit ihm kamen Menschen zu uns, die Schutz suchten – darunter rund 2000 geflüchtete Kinder, die in den Schulen des Kantons Bern aufgenommen wurden. Ich werde nie vergessen, wie rasch vielerorts Plätze geschaffen, Willkommensklassen aufgebaut und Sprachförderung organisiert wurde. Hinter jeder Zahl steht ein Kind mit einer Geschichte, oft mit Angst und Verlust. Sie haben Klassen auf das Ankommen vorbereitet, Verständigung ermöglicht und mit viel Feingefühl Sicherheit gegeben. Ihre Offenheit hat gezeigt: Schule ist mehr als Unterricht – sie ist auch ein Ort der Menschlichkeit.

Massnahmen zur Stärkung der Schulen

Ein drittes Thema hat uns über meine ganze Amtszeit besonders beschäftigt: der Lehrpersonenmangel. Er hat uns vor Augen geführt, wie stark unser Bildungssystem von den Menschen lebt, die es tragen – und wie wichtig gute Rahmenbedingungen sind. 

Wir haben deshalb viele Massnahmen ergriffen, um die Schulen zu stärken: unter anderem mit der Erhöhung der Löhne für Lehrpersonen und Schulleitungen, mit vielen Anpassungen in der Aus- und Weiterbildung bei den Pädagogischen Hochschulen, mit der Stärkung von Praxisbegleitung und Mentoring, mit zusätzlichen Angeboten für Quereinsteigende, Entlastungsmassnahmen und vieles mehr. Prägend war dabei die konstruktive Arbeit mit den Gemeinden und mit allen beteiligten Verbänden wie dem Verband Bernischer Gemeinden, Bildung Bern, dem Verband Schulleitungen Bern und Socialbern – sowie mit allen beteiligten Institutionen.

Integration aller Kinder und Jugendlicher unter einem Dach

Dass die ehemaligen Sonderschulen nun ebenfalls zur Bildungsdirektion gehören, war ein zentraler Schritt. Bildung unter einem Dach – ein wichtiger Schritt für Kinder und ihre Angehörigen und für eine starke Gesellschaft, die Platz für alle bietet. Dass wir mit dem Pädagogischen Zentrum für Hören und Sprache Münchenbuchsee eine Schule direkt in die BKD integrieren konnten, setzt dafür ebenfalls ein deutliches Zeichen.

In meiner Funktion durfte ich zudem die Mitarbeitenden in der Verwaltung führen. Sie alle tragen dazu bei, dass Schule funktioniert – oft im Hintergrund, aber immer mit viel Einsatz und Verantwortung. Die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Verwaltung, Gemeinden und Partnerinstitutionen war für mich eine zentrale Voraussetzung, um Krisen zu bewältigen und Entwicklungen voranzutreiben. Dieses Miteinander hat mir gezeigt, wie viel Kompetenz und Engagement in unserem Bildungssystem steckt – und wie entscheidend Vertrauen über alle Ebenen hinweg ist.

Sie begleiten junge Menschen in einer Zeit, in der die Welt lauter und schneller geworden ist. Gerade deshalb braucht es Schulen, die Orientierung geben, Vielfalt tragen und Vertrauen ermöglichen. Was mir zum Abschluss meiner Arbeit für den Kanton Bern bleibt, ist deshalb vor allem Dankbarkeit. Für die gute Zusammenarbeit und für all Ihren Einsatz. Aber auch Respekt: Für Ihre Arbeit, Ihre Beziehungskompetenz, Ihre Fähigkeit, zugleich zu fordern und zu fördern. 

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft, Freude und Zuversicht – und dass Sie die Wertschätzung spüren, die Ihnen zusteht. 

Der Kanton Bern kann stolz sein auf seine Lehrpersonen. Danke für Ihre Arbeit, Ihr Herzblut und Ihren Beitrag zu einer starken, solidarischen Gesellschaft. 

Ich bleibe Ihnen und allen Schulen im Kanton Bern herzlich verbunden.

Christine Häsler
Bildungs- und Kulturdirektorin
christine.haesler@be.ch

Fotos: Ruben Ung

 

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