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Medienkonsum: Alles wahr — alles klar?

Fakt oder Fake: Falschmeldungen in Medien zu erkennen, fällt Kindern und Jugendlichen schwer. Neue Informations- und Kommunikationstechnologien verschärfen das Problem – und fordern auch Lehrpersonen heraus. Rat und Weiterbildung gibts an der PHBern.

Michael Füllemann doziert an der PHBern zu Medien und Informatik. Er empfiehlt Lehrpersonen, sich Wissen anzueignen und Verständnis für Jugendliche zu zeigen.

Der Modullehrplan «Medien und Informatik» (MI) ist Teil des Lehrplans 21. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Aufgabe und Bedeutung von Medien zu verstehen und diese verantwortungsvoll zu nutzen. Auf dem Programm stehen zudem Grundkonzepte der Informatik, ihre Anwendung zur Problemlösung sowie praktische Computerkenntnisse.

So weit, so gut. Durch den rasanten technischen Wandel öffnen sich aber Tür und Tor für Fälschungen. Die Klärung des Wahrheitsgehalts von Informationen wird damit zusehends zur Knacknuss. Erst recht, wenn man weiter- und an die Folgen von Fake News für Wissenserwerb und Meinungsbildung denkt. Am Ende für die Demokratie.

«Iz müesse mer»

Gegensteuer geben die Weiterbildungsangebote an der PHBern. Sie helfen Lehrpersonen, mit den Entwicklungen im Bereich MI Schritt zu halten und im Klassenzimmer kompetent zu agieren. «Besonders gross ist momentan das Interesse an Kursen zur künstlichen Intelligenz (KI)», sagt Michael Füllemann, Dozent für Medien und Informatik am Institut für Weiterbildung und Dienstleistungen (IWD). «Es herrscht eine ‹Iz müesse mer›-Stimmung. Viele Schulen wollen, dass sich die Lehrpersonen mit KI auseinandersetzen, um eine gemeinsame Haltung zur Nutzung zu entwickeln – obwohl, oder wohl eher: gerade weil bei der Umsetzung im Unterricht noch manches unklar ist.»

Die Angebote der PHBern tragen Titel wie «Ich prompte – also bin ich», «Mediennutzung sicher und verantwortungsvoll» oder «Herausforderung Social Media». Ein breites Spektrum, ein klares Ziel: «Wege aufzeigen, wie Schülerinnen und Schüler Medien und Informatik inner- und ausserhalb der Schule sinnvoll und fürs Lernen einsetzen können», formuliert es der Fachmann. Dazu würden Antworten auf unterschiedlichste Fragen erwartet. «Und ein roter Faden, sowohl bei der Begleitung der Lehrpersonen als auch bei der Umsetzung der Themen.»

Der Corona-Schub

Füllemann zufolge hat Corona digitalen Unterrichtsformaten einen besonders starken Schub verliehen. Zugleich sei die Mediennutzung für die Jugendlichen anspruchsvoller geworden. Stichworte sind die immer weiter wachsende Bedeutung von digitalen Inhalten, die Zunahme des Onlinemedienkonsums, stets neue Plattformen in den sozialen Medien und in der Konsequenz der Umgang mit der enormen Menge an täglichen Informationen und Daten. Deshalb bietet das IWD zusätzlich zu den Weiterbildungen individuelle Beratungen an. Telefonisch oder per E-Mail. Individuell, zu Modulthemen und/oder als Coaching. Unabhängig da von empfiehlt Michael Füllemann Lehrpersonen Folgendes:

  • im Dialog mit den Schülerinnen und Schülern sein, d. h. über Medien/Medienphänomene und deren Inhalte und Konsequenzen sprechen,
  • eigenes Wissen aufbauen und Verständnis für die medial sehr herausfordernde Situation von Jugendlichen aufbringen,
  • sich mit dem Wissen und Interesse in die Situation von Jugendlichen hineinversetzen können,
  • auf Verbote rund um digitale Medien möglichst verzichten, aber Grenzen setzen und Regeln abmachen, die überprüft werden,
  • den Fokus auf Jugendliche richten, die digitale Medien besonnen nutzen und einsetzen,
  • «und vor allem: sich nicht primär an negativen Auswüchsen von Mediennutzung orientieren».

Jetzt das richtige Angebot finden

Eine Fülle an Fragen – und viele Antworten! Die Weiterbildungsangebote gehen auf verschiedenste Anliegen und Themen zum Modul «Medien und Informatik» ein.

Marcel Marti

Foto: zvg

 

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